Niemand zu hause

Ein einsames Mädchen freut sich auf Spass und neue Freunde im Ferienlager

Nach der Schule geht meine 11 Jahre alte Elvira auf einer matschigen Strasse nach Hause

Das Dorf in der Mitte Moldawiens, in dem Elvira lebt, ist weit weg von der Hauptstrasse. Etwa 900 Menschen leben dort. Die Hälfte der Bevölkerung ist auf der Suche nach einem besseren Leben ins Ausland gegangen. 

Elvira läuft in den trostlosen Hinterhof ihres Zuhauses. 

«Niemand zu Hause», sagt sie. Drinnen ist es kalt, einsam und es zieht. Elviras Mutter ist ständig auf der Suche nach kleinen Jobs hier und da, damit sie über die Runden kommen. Elviras Vatter hat die Familie verlassen, als sie noch klein war. 

«Ihre Mutter geht in das Dorf zum arbeiten, wenn es sich ergibt. Mal hilft sie einem Nachbarn, mal gräbt sie die Felder von Bauern um oder arbeitet in der Saison auf einer Obstplantage», erzählt Lilia, eine Freiwillige in einer Tagesstätte, die Elvira manchmal besucht. 

Die Tagesstätte wird von der Kirche in Elviras Dorf in Zusammenarbeit mit Mission Without Borders (MWB) betrieben. Hier werden 35 bedürftigen Kindern nach der Schule Unterstützung bei den Hausaufgaben, Bibelunterricht sowie lustige Spiele und Aktivitäten geboten. 

Elvira sagt: «Wenn ich in der Tagesstätte bin, spielen wir und basteln und lernen etwas über Jesus.» 

Ich wünsche mir, dass sie neue Freundschaften schliesst und mehr über Jesus erfährt.

«Es gibt noch mehr Kinder, die gerne in die Tagesstätte gehen würden, aber die Räumlichkeiten und Möglichkeiten sind begrenzt“, so Sergiu, MWB Koordinator in der Region. 

Ein kleiner Junge mit geröteten Wangen, der in zahllose Kleidungsschichten eingepackt ist, läuft auf die Tagesstätte zu. Nachdem er den Matsch von seinen Schuhen geklopft hat, geht er hinein. 

In einem kleinen Raum sind Kinder, die mit einem Lehrer ihre Hausaufgaben machen, auf das Mittagessen warten, sich mit ihren Freunden unterhalten oder fröhlich springen und herum rennen. Alle fühlen sich sicher und geborgen.

Für Kinder wie Elvira, die sonst nicht einmal aus ihrem Dorf heraus gekommen sind, ist die Tagesstätte ein Ort der Wärme, Gemeinschaft und des Vergnügens. Hier können sie an spannenden Aktivitäten teilnehmen, erhalten pädagogische Unterstützung und geniessen ihre Kindheit. 

Abgesehen von der Tagesstätte werden dank MWB in diesem Sommer ausserdem 1000 Kinder aus Moldawien in ein Ferienlager gehen. Dort nehmen sie eine Woche lang an den verschiedensten Aktivitäten teil, von Schwimmen über Basteln bis hin zu Sport, Bibelunterricht und Unterricht, in dem die persönlichen Fähigkeiten im Vordergrund stehen.

Sergiu sagt, «Dieses Jahr wird Elvira zum ersten Mal in das von MWB organisierte Ferienlager gehen. Ich hoffe, dass sie durch diese Erfahrung selbstbewusster und offener wird für neue Dinge und dass sie Freundschaften schliesst und mehr über Jesus erfährt.»

Während Elvira in ihr leeres Haus mitten in dem fast verlassenen Dorf geht, hoffen wir, dass das Ferienlager für sie eine lebensverändernde Erfahrung wird und dass sie statt Einsamkeit die Liebe und Freude, die Gott so reichlich gibt, kennen lernt.

 

3‘490

3,490 Kinder und Jugendliche gehen dieses Jahr mit MWB in ein Ferienlager.

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