Ein Krieg – viele Verlierer

Maedchen _Klavier

Unzählige müssen fliehen. Die Älteren bleiben im Kriegsgebiet zurück.

Seit dem Ausbruch der Ukraine-Krise vor vier Jahren fliehen noch immer Hunderttausende vor Bomben und Beschuss. Heute zählt die Ukraine 1,7 Millionen Binnenvertriebene. Weitere 100'000 Menschen verlassen das Land jeden Monat. Andere bleiben in der Heimat und hoffen, dass der Krieg bald vorbei ist. Die Not der Flüchtlinge ist riesig, der Kampf der Zurückgebliebenen ums Überleben auch.

Eine Familie ohne Existenz

In einem Auto ist die Familie Schebunyaev mit ihren elf Kindern geflohen. Familienvater Sergiy erzählt: «Wir mussten viele Kontrollposten überqueren, konnten nichts mitnehmen, nicht einmal Geld. In der Westukraine angekommen, bleibt die Unsicherheit, wie es weitergehen soll.»


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«Wir sind um der Kinder Willen geflüchtet. In unserer Stadt wurde es zu gefährlich, Läden wurden geschlossen, Elektrizität und Wasser reichte nicht. Es gab keine Polizei mehr, dafür Gewalt, Plünderungen und Morde jeden Tag. Löhne und staatliche Zulagen werden nicht mehr ausbezahlt. Für die Sicherheit unserer Kinder liessen wir das Zuhause zurück.»


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«Meine Arbeit ist schlecht bezahlt und ich habe Mühe, für meine Familie zu sorgen. Aber Gott hat unsere Gebete erhört. Wir sind unendlich dankbar für die Kleider, das Schulmaterial für die Kinder und die wunderschönen Decken und Matratzen, welche wir dank Pro Adelphos erhalten haben.»


Schneeschaufel

Die Familie Schebunyaev gibt nicht auf. «Wir sind ins Patenschaftsprogramm von Pro Adelphos aufgenommen worden und eine Familie aus Westeuropa unterstützt uns. Momentan sind wir sehr auf diese Hilfe angewiesen. In Zukunft möchten wir aber nicht bloss Konsumenten sein, sondern selbständig werden und dafür arbeiten wir hart.»


Der Überlebenskampf im Krisengebiet

Wir Pro Adelphos-Mitarbeitenden und Freiwillige haben den letzten militärischen Kontrollpunkt passiert und befinden uns im ukrainischen Konfliktgebiet, um den Bedürftigen Essens- und Hygienepakete zu bringen. Vor gut vier Jahren war dies eine schöne Gegend, die Erde gut und die Landwirtschaft erfolgreich. Jetzt ist der Ort übersät mit Bombenkratern, die Infrastruktur, Häuser und Spitäler sind grösstenteils zerstört. Letzten Winter noch mussten wir und die Freiwilligen wieder fliehen, nachdem auf uns geschossen wurde.

 

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Inzwischen ist es in diesem Dorf ruhiger geworden, aber die Menschen sind angespannt. Die Angst, dass bald die nächsten Raketen einschlagen könnten, ist auf ihren Gesichtern zu lesen. «Es ist gefährlich hier zu bleiben, aber für uns Alten ist es unmöglich zu fliehen. Wo sollten wir hin?» - Maria

 

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Es gibt Hoffnung inmitten der Trostlosigkeit des Kriegsgebietes: Hygieneartikel und Nahrungsmittel von Pro Adelphos, aber vor allem unsere Anteilnahme, geben den Menschen einen Schimmer Hoffnung zurück, dass ihr Leben irgendwann wieder normal wird.

 

Die Auswirkungen der Ukraine-Krise

Vier Prozent der ukrainischen Bevölkerung sind Vertriebene im eigenen Land. Ein Viertel von ihnen hat keine angemessene Behausung, ein Drittel leidet unter posttraumatischer Belastungsstörung. Unter den Vertriebenen wird die Armut auf achtzig Prozent geschätzt. Hier hilft Pro Adelphos, damit Familien eine neue Existenz aufbauen können. Zum Beispiel mit Schulmaterial, Kleidung und Hilfe bei der Arbeitssuche. Grundlage dazu sind Patenschaften für betroffene Familien.

Werden Sie Paten einer ukrainischen Familie: mit CHF 180.- pro Monat schenken Sie Zukunft!

Bei den Zurückgebliebenen sind die psychologischen Schäden wie Depressionen riesig, der Zugang zu Trinkwasser und medizinischer Versorgung ist vielerorts nicht gewährleistet. Hier bringt Pro Adelphos dringend benötigte Lebensmittel und Hygieneartikel sowie emotionale Unterstützung.

 

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Helfen Sie den Zurückgebliebenen!